Arbeit auf den Höfen hautnah miterlebt

Die Gesundheit seiner Tiere liegt Georg Pentrup am Herzen. Er zeigte den Schülerinnen und Schülern, dass dazu auch die Zahnpflege der Kühe gehört.
Foto: sff


Ascheberg - Einen unmittelbaren Einblick in die Arbeit der Landwirte konnten sich die Mädchen und Jungen der Realschule am Montag im Rahmen eines Projekttages verschaffen. Zehn Höfe öffneten den Jugendlichen dazu ihre Türen.

Grüne Wiesen, Felder und Wälder. Landwirtschaftliche Betriebe mit Milchwirtschaft, Pferdehaltung, Schweinmast und -aufzucht prägen die Landschaft rings um Ascheberg nachhaltig. Doch trotz dieser unmittelbaren Nähe wird das Bild der Landwirtschaft in der Bevölkerung zu einem großen Teil durch die Medien bestimmt. Mit einem Projekttag gab die Realschule Ascheberg ihren Schülerinnen und Schülern am Montag Gelegenheit, sich selbst unmittelbare Eindrücke zu verschaffen. Die Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung (GFS) , die Agravis Landmaschinentechnik sowie zehn Höfe öffneten ihnen ihre Türen.

„Die Initiative für das Thema ging von Niklas Selhorst, einem unserer Schüler, aus und wurde vom Kollegium gerne aufgenommen. Wir wollten ohnehin einen Projekttag veranstalten“, berichtet Lehrerin Astrid David. „Bei der Planung hat es uns erstaunt, wie facettenreich das Thema Landwirtschaft ist: Schweinemast, Getreideanbau, Pferdehaltung als Wirtschaftsfaktor, Ferien auf dem Bauernhof, Management eines Betriebes, Biohof, Einsatz von moderner Technik wie Melkroboter, Erzeugung von Biogas, Windenergie und vieles mehr.“

Während die Siebt- und Achtklässler jeweils im Klassenverband zu einer der Stationen aufbrachen, konnten die Neunt- und Zehntklässler zwischen Workshops frei wählen.

„Den Weg vom Korn zum Brot“ beispielsweise konnten Jugendliche in der Schulküche mit allen Sinnen erleben: sehend, zuhörend, anfassend, riechend und schmeckend. Denn gemeinsam mit Landfrau Birgit Zumholz wurde mit einer Handmühle aus Weizen Vollkornmehl gemahlen, Brote gebacken und anschließend verzehrt. Einstimmiges Urteil: „Echt lecker!“ Auch den Bogen von der Pflanze zum Korn schlug Birgit Zumholz: „Wir haben Weizenkörner in eine Schale mit Wasser geleget, damit die Schüler sehen, wie daraus die Pflanze keimt.“

„Bei uns auf dem Hof geht es um Landwirtschaft zum Anfassen“, berichtet Landwirt Georg Pentrup. „Wir haben den Schülern alle Bereiche der Tierhaltung gezeigt: von der Aufzucht der Kälber über das Melken bis zur Futterproduktion und die Tierpflege.“

„Am Freitag sollen die Eindrücke durch Präsentationen der Gruppen vorgestellt werden. Wir möchten die Landwirtschaft nicht in irgendeine Ecke drücken, sonder dass sich die Schüler eine eigene Meinung bilden. Schließlich wollen wir, dass einmal mündige Bürger aus ihnen werden“, betont Astrid David. Sie sei „sehr dankbar für das freundliche Entgegenkommen der Landwirte, die uns ihre Höfe geöffnet haben.“

Quelle: Westfälische Nachrichten vom 10.06.2013